Wie Du Erschöpfung in Energie und Power verwandeln kannst - 3 Burnout-Hacks für deinen Alltag!


Heute geht es um die Macht der Gewohnheit. Die ist ja normalerweise eher negativ belegt, aber ich spreche jetzt darüber, wie Du sie Dir zu Nutze machst, um Energie zu sparen, die Du an anderen Stellen vielleicht viel dringender brauchst. Außerdem erfährst Du, warum Routine Dir nicht nur Energie spart, sondern auch neue Energie schafft. Energie sparen UND schöpfen in einem? Das hört sich verlockend an, nicht wahr? Also legen wir los:

 

Muster liegen im Trend

 

Du hast in den letzten Artikeln schon von mir erfahren, wie scharf dein Unterbewusstsein auf Muster und Wiederholungen ist. Was soll ich sagen - Muster liegen im Trend, denn auch dein Körper steht TOTAL darauf!

 

Und das hat einen ganz einfachen Grund:

 

Die Aufgabe deines Körpers ist es, zusammen mit dem Unterbewusstsein möglichst viele Informationen über deine Umgebung und den aktuellen Stand der Dinge zu sammeln. Denn das sicherte unser Überleben, als wir noch als Jäger und Sammler durch die Wälder striffen. 


Dafür mussten wir in uns ruhen und konzentriert unsere Umgebung wahrnehmen. Den Duft von heranziehendem Regen, ein Knacken im Unterholz, eine leicht zu übersehende Fährte im Sand. All das ist sehr wichtig für deinen Körper. Er will wissen, ob Dir irgendwo ein Bär auflauert und wo es Wasser gibt, damit Du nicht verdursten musst, wie das Wetter ist und wofür dieser Tag sich besonders gut eignet.

 

Dein Bauchgefühl ist ein kompetenter Berater – seit Jahrtausenden

 

Vielleicht fällt Dir gerade etwas Wichtiges auf, während Du das hier so liest: Du hast richtig verstanden! Wir sind eigentlich dazu gemacht, auf unser Bauchgefühl zu hören, welches uns sagt, wofür der heutige Tag gut ist. Und eben nicht dazu, jeden Tag in der immer gleichen Tätigkeit ein bestimmtes, vorgegebenes Pensum zu erreichen. Früher gab es Tage, an denen wir Hirschen hinterhergejagt sind, und Tage, an denen uns die Natur eine Ruhepause verordnet hat. Einfach so. Spontan und zwischendurch. Denn das Wetter und die Umstände bestimmten, ob es Beeren zu pflücken, Hirsche zu jagen oder einen guten Grund gab, mit der Sippe in der Höhle zu bleiben. Ein drohendes Unwetter zum Beispiel.

 

Unsere Welt braucht sensitive Menschen wie Dich

 

Weißt Du noch, in der allerersten Podcastfolge? Da habe ich Dir erklärt, dass die meisten von Burnout Betroffenen einen agileren, sensibleren Geist haben und ein besseres Bauchgefühl als die anderen um sie herum. Und dass sie deswegen etwas empfindlicher, aber eben auch in Krisensituationen häufig der erste Ansprechpartner sind.

 

Diese Menschen waren zu Zeiten der Hochkulturen die Priester und Heiler. In einer Zeit, in der das Überleben ganzer Völker davon abhing, den richtigen Tag für die Aussaat und die Ernte zu bestimmen (unsere Bauern müssen das übrigens auch heute noch!), den Gegner zu durchschauen und sich für die richtige Kriegstaktik zu entscheiden und Krankheiten mit dem zu heilen, was die Natur gerade zur Verfügung stellte, brauchte es sensible Menschen mit wendigem Geist und gutem Auffassungsvermögen und einer unschlagbaren Intuition. Denn diese wussten einfach, dass der nächste Regen kommt, wenn es in ihren Knochen zog, die Luft sich veränderte oder ein Feldzug gemacht werden musste, weil der Häuptling des Nachbarstammes so einen komischen Unterton bei den letzten Verhandlungen in seiner Stimme hatte. Und sie hatten ein gutes Gespür für die Stimmung im Volk. Sie wussten, wann es Zeit war für „Team-Building-Maßnahmen“ in Form gemeinsamer Feste, Spiele und Rituale.

 

Wenn das Überleben deines Stammes davon abhängt, ist es natürlich wertvoll, zu wissen, wofür der heutige Tag sich am besten eignet und deine Aufgaben danach zu richten. Das galt nicht nur vor 10 000 Jahren. Wenn Du schon mal Aufgaben nachgegangen bist an einem Tag, der sich gefühlt überhaupt nicht dazu eignete, dann weißt Du auch, wie viel mehr Energie Dich das an diesem Tag gekostet hat, als wenn Du die gleiche Aufgabe an einem Tag erledigt hättest, an dem Du Dich schon nach dem Aufstehen bereit dazu gefühlt hättest.

 

In der modernen Arbeitswelt gibt es wenig Raum für unser Bauchgefühl

 

Kein Mensch ist gleich, kein Tag ist gleich, auch 10 000 Jahre später nicht. Die Energie, die Du jeden Tag zur Verfügung hast, auch nicht. Die Anforderungen, die das moderne Leben an uns stellt hingegen schon. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben! Denn das macht es uns schwer, gesund und nach unserem Bauchgefühl zu leben um Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten.

 

Unsere Zeit läuft in Gleichschaltung. Die Produktivität muss gleichbleibend sein. Wenn deine Mutter stirbt, hast Du zwei Tage Zeit Dich „zu erholen“, alles zu organisieren und zu trauern, danach sollst Du wieder funktionieren. Wenn deine beste Freundin stirbt, hast Du per Gesetz gar keinen Anspruch auf eine Trauerphase.

 

Unsere Gesellschaft ist leider voll von schlechten Gewohnheiten

 

Wie oft hast Du den Satz „das ändern wir nicht, das machen wir schon immer so!“ gehört und warst genervt davon? Dann habe ich hier eine Story für Dich:

 

 Als der Meister und seine Schüler die Abendmeditation beginnen wollten, machte eine Katze, die in dem Kloster lebte, so viel Krach, dass es sie wirklich störte. Also ordnete der Meister an, dass die Katze während der Abendmeditation anzubinden sei. Jahre später, als dieser Meister schon lange verstorben war, wurde die Katze immer noch jeden Abend während der Meditation angebunden. Und als irgendwann auch die Katze an Altersschwäche starb, kam eine neue Katze ins Kloster, und auch sie wurde allabendlich festgebunden während der Meditation. Jahrhunderte später schrieben hohe Gelehrte die wichtigsten Thesen und Lehren des Klosters nieder. Eine davon lautete: „Von der religiösen Signifikanz des Anbindens einer Katze zum Zwecke der Meditation.“

 

Das nächste Mal, wenn Dir wieder jemand erklären will, dass man Sachen, die aus Gewohnheit gemacht werden, nicht hinterfragt werden sollen, erzähl ihm doch einfach diese Geschichte! :-)

 

Wo war ich? Ach ja!

 

Von morgens bis abends auf Hochtouren

 

Weil also jeder Tag anders ist und dein Körper in einer Zeit entstanden ist, in der viel Bauchgefühl nötig war, um die vielen unterschiedlichen, natürlichen Bedingungen für dein Überleben täglich neu abzuchecken, laufen er und dein Unterbewusstsein von morgens bis abends auf Hochtouren. Sie scannen deine Umwelt die ganze Zeit mit deinen Sinnesorganen, lauschen, hören, riechen, schmecken, tasten und sammeln, sammeln, sammeln Informationen. Das Einzige, was meistens da ist um dein Überleben zu sichern, ist Sauerstoff. Das ist ja schon mal was. Auch Wasser steht meistens zur Verfügung.

 

„Oooookayyy.“, sagen sich Körper und Unterbewusstsein. Wenigstens darauf können sie sich verlassen und ein bisschen weniger Energie investieren, um das Vorhandensein dieser lebenswichtigen Ressourcen im 5-Minuten-Takt abzuchecken.

 

Mehr Power im Alltag: Zurück zur gesunden Gewohnheit

 

Und genau deswegen lieben die Zwei die Routine so sehr. Je weniger Energie sie für den ständigen Überlebens-Check brauchen, je mehr Sicherheit es für dein Überleben gibt, umso mehr Energie können Körper und Unterbewusstsein hier sparen. Und diese gesparte Energie könntest Du an anderen Stellen bestimmt ganz gut brauchen, oder?

 

Es gibt vor allem 4 Punkte, die abgedeckt sein wollen:

  • Essen, Trinken, Schlafen für deinen Körper
  • Ruhepausen für dein Unterbewusstsein
  • emotionale Sicherheit für dein Unterbewusstsein
  • für beide das Gefühl, dass irgendjemand hier alles im Griff hat

 

3 einfache Burnout-Alltags-Hacks, die deine Erschöpfung in Energie und Power umwandeln

 

1. Stell sicher, dass Körper und Unterbewusstsein sich um die Frage, ob sie die Nahrung bekommen, die sie brauchen, nicht mehr kümmern müssen.

 

Dein Körper hat viele tausend Jahre erfahren, dass es Hungersnöte geben kann, in denen es nichts zu essen gibt. Wenn Du nicht regelmäßig isst, ist er nicht nur im Stress, weil er denkt, er muss unaufhörlich eine Ernährungskriese meistern. Er wird Dir auch nicht deine kompletten Energiereserven für den Alltag zur Verfügung stellen: Er weiß ja nicht, wie lange die noch reichen müssen, damit Du überlebst. Stattdessen wird er sie zurückhalten und versuchen, so viel wie möglich an Fett einzulagern. Schlechte Zeiten, halt. Und wenn Du auch zu denen gehörst, die tendenziell eher zunehmen als abnehmen wenn sie gestresst sind, dann weißt Du jetzt auch warum das so ist.

 

Die Lösung hierfür liegt auf der Hand: fang an, auf regelmäßige Essenszeiten zu achten. Dreimal täglich zur immer gleichen Zeit. Vielleicht bist Du kein Frühstücksmensch, dann reicht hier auch eine Banane sobald Du Dich wach fühlst. Du verbrauchst Energie vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Die Mitte bildet die Mittagszeit.

 

Hier ist es empfehlenswert die größte Mahlzeit des Tages zu Dir zu nehmen. Zum einen ist deine Verdauungskraft zwischen zwölf und eins am stärksten, das heißt, hier kann dein Körper wirklich das Maximum an Energie aus der Nahrung ziehen mit dem minimalsten Aufwand für die Verdauung. Zum Anderen gibt es eine direkte Verbindung zwischen Verdauungssystem und Gehirn über die Nerven. Wenn Du Burnout hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Verdauungssystem im Moment angeschlagen ist. Daher eignen sich am Abend Suppen oder andere leichte Speisen sehr gut, vor allem schweres Essen und rohes Gemüse und Obst sind, entgegen der landläufigen Meinung, nicht zu empfehlen. Dein Verdauungssystem kommt zur Ruhe, wenn die Sonne untergeht. Wenn rohes Gemüse nur halb verdaut im Darm liegen bleibt, fängt es an zu gären, verhindert einen tiefen Schlaf und schädigt deine Darmflora und damit auch dein Immunsystem nachhaltig.

 

Und wenn Du schon dabei bist, manipulier doch gleich noch ein bisschen dein Unterbewusstsein, indem Du Dir mindestens eine Mahlzeit am Tag mit viel Liebe selbst zubereitest. Das muss kein Festessen sein, ein lecker belegtes Knäckebrot tut es auch. Erinnere Dich daran, wie schön das war, als deine Mami Dir noch Essen mit viel Liebe zubereitet hat. Du bist jetzt erwachsen, aber dein Unterbewusstsein braucht dieses „Mami-Gefühl“ um sich sicher und geborgen zu fühlen und sich zu entspannen.

 

2. Garantiere Körper und Unterbewusstsein, dass sie jeden Tag mindestens zwei kleine Momente bekommen, in denen sie Energie tanken dürfen.

 

Hier ist es wieder das Gleiche wie mit dem Essen: wenn diese Momente jeden Tag zur gleichen Zeit stattfinden, werden Körper und Unterbewusstsein nach 1-2 Wochen locker lassen, weil sie wissen, dass Du ihnen jeden Tag garantierst, dass sie verschnaufen können. Sie werden Dir großzügig Energie zur Verfügung stellen, weil sie 100%ig sicher sein können, dass sie diese auch wieder zurückbekommen.

 

Dr. Tischinger vergleicht den Körper mit einem Instrument, welches gestimmt werden muss, bevor man es spielt, weil sonst nur schiefe Töne herauskommen. Wie recht er hat! Wenn Du morgens aufstehst, nimm Dir 10-20 Minuten Zeit, um etwas zu tun, was Dir gut tut. In meinem Fall sind es 15 Minuten Yoga, im Fall einer Pflegedienstleiterin, mit der ich mich über dieses Thema unterhielt, waren es 20 Minuten Schifferklavier zu spielen und nebenbei einen Kaffee zu trinken.

 

Es kann sein, dass Du dafür ein bisschen eher aufstehen musst, aber es lohnt sich. Körper und Unterbewusstsein erhalten die Garantie von Dir, dass sie sich jeden morgen erstmal sammeln und deine Sinnesorgane ganz langsam hochfahren können. Der Unterschied ist in etwa so groß, wie wenn ich Dich morgens mit einem Eimer kalten Wasser und Trillerpfeife wecke oder Dir liebevoll übers Gesicht streichel bis Du aufwachst. Du wirst wirklich bereit sein für den Tag, und jeder Tag, der wie selbstverständlich mit Zeit nur für Dich und ganz in Ruhe beginnt, ist ein Tag, an dem dein Stresspegel zumindest morgens auf null steht und an dem auch dein Geist nicht anfangen muss sofort Achterbahn zu fahren, wenn Du die Augen aufschlägst, weil er lernen wird, dass er später am Tag noch genug Zeit dazu hat und dass er so früh am Tag noch relaxen kann, weil Du alles unter Kontrolle hast.

 

3. Gib Körper, Geist und Unterbewusstsein das Signal den Tag loszulassen.

 

Das ist dein zweiter täglicher Moment, in dem sie das dürfen. Was darauf folgen wird sind 2 Effekte, A: dass auch jetzt, genauso wie morgens, der Geist nicht mehr Achterbahn fährt, weil er weiß, dass jeden Tag ab einem bestimmten Zeitpunkt keine bösen „Alltagsüberraschungen“ mehr auf ihn warten, und B natürlich ein erholsamer Schlaf. Die Erklärung, warum das wichtig ist, spar ich mir an dieser Stelle ;-) Du hast über die Abendroutine und wie Du es schaffen kannst, dass Du schnell ein- bzw. durchschläfst ja schon in meiner ersten Bonusfolge „Schlafen wie ein Murmeltier“ erfahren.

 

Ich fasse an dieser Stelle nochmal zusammen, dass auch dein Abendritual zur immer gleichen Zeit stattfinden sollte und gebe Dir noch einen Tipp mit auf den Weg ins Bett: leg Dir einen Notizblock auf den Nachttisch. Wenn Dir noch irgendwas einfällt vor dem Einschlafen, was Du auf keinen Fall vergessen möchtest, kannst Du es da aufschreiben und dann loslassen für heute.


Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins

Wie Du deinen inneren Stressknoten auflöst und Dich endlich aus dem Burnout befreist!

 

10 Kapitel  über die Gefühlswelt und deren Neuordnung im Burnout-Prozess. Plus: 4 neue Übungen, u.a.:

  • um Regeneration & Heilung zu förden
  • die eigene Energie zu erfahren & zu lenken
  • innere Stabilität zu schaffen & zu erhalten


 

Solltest Du einmal wirklich auch mit den Tipps aus der ersten Bonusfolge nicht einschlafen können, dann stress Dich nicht. Steh auf, geh einer ruhigen Tätigkeit nach und leg Dich wieder hin, wenn die Müdigkeit kommt. Es gibt nur eine Sache, die noch nerviger ist als eine schlaflose Nacht: eine schlaflose Nacht, in der Du Dich höllisch gestresst und gefrustet hast.

 

Fazit

 

Meine Erfahrung zeigt, wenn Du anfängst Dich mit regelmäßigen Kleinigkeiten Dir selbst zuzuwenden, werden auch Menschen in deinem Umfeld davon inspiriert sein. Und das ist gut so. Jeder von uns hat nur einen Körper, für den es kein Ersatzteillager gibt. Du kannst deinen Job wechseln, deinen Partner, deinen Wohnort, dein Auto. Aber niemals deinen Körper, also sei achtsam mit ihm.

 

Schau Dich um: so, wie es im Moment auf der Welt läuft, wird es nicht mehr lange weiter gehen können. Deshalb braucht sie sensitive Menschen, wie Dich, ganz dringend. Nicht nur um andere zu inspirieren, sondern auch, um zu lernen, wie sie auf ihre Intuition hören und sich endlich heilen kann.

 

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Deine Suzy. :-)

 

Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus meinem Podcast "Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins" .

S1F5: Burnout - Die Macht der Gewohnheit

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