Wie Du Deinen Traumjob findest!

Widmen wir uns endlich einigen der wichtigsten Fragen überhaupt, wenn es um Burnout und die Arbeitswelt geht, nämlich: wie Du herausfindest, was Dein Traumjob ist, warum die Arbeitswelt sich im Wandel befindet und wie Du Dir das zu nutze machen kannst, wenn Du Dich nach etwas Neuem umschaust!

 

Um herauszufinden, welcher Job für Dich und Deine Bedürfnisse geeignet ist, ist dieser erste Schritt unabdingbar: Ein Gespür dafür zu entwickeln, was Deine ganz persönlichen Arbeitsbedürfnisse sind.

 

Was?! Was ist denn jetzt los? Ist Arbeit nicht dazu da, meine Miete, mein Auto, mein Essen, meinen Urlaub zu bezahlen? Sind das nicht genug Bedürfnisse?

 

Schon klar, Du musst Geld verdienen um Deinen Lebensunterhalt und vielleicht auch den Deiner Familie zu bestreiten.

 

Unsere Sicht und Erwartung, wie Arbeit sein soll, haben wir von unseren Bezugspersonen aus der Kindheit gelernt, das weißt Du ja schon aus Folge 4 der ersten Staffel. Und häufig sind das folgende: der Lohn muss der Branche entsprechend gut sein, der Arbeitsvertrag sollte unbefristet sein, der Arbeitsweg sollte nicht zu weit sein.

 

Deine Woche hat 168 Stunden.

 

Wenn Du im Schnitt 7 Stunden pro Nacht schläfst, bleiben 119 Stunden übrig. In anderen Worten: Wenn ich schon, mit Wegzeit und Überstunden um die 50 von 119 Stunden, also mehr als ein Drittel, meiner wöchentlichen Lebenszeit auf Arbeit verbringe, sollte entsprechend Geld rumkommen, möglichst für immer.

 

Außerdem haben viele von uns folgende Glaubenssätze im Bezug auf Arbeit von der Vorgängergeneration mitgenommen:

 

1. Zeitdruck und Überstunden, bezahlt wie unbezahlt, vor allem in Zeiten, in denen es viele Kunden oder Aufträge gibt, sind normal und gehören zum guten Ton

 

2. Stress mit bestimmten Kollegen gibt es immer mal wieder

 

3. Die Arbeit ist der Dreh und Angelpunkt meines Lebens: mein Arbeitgeber entscheidet, zu welchen Uhrzeiten ich arbeite, wann ich in den Urlaub fahren darf und wie lange und in manchen Branchen auch darüber, ob meine freien Tage wirklich freie Tage bleiben oder doch spontan zu Arbeitstagen werden.

 

4. Er entscheidet auch, wo ich arbeite.

 

5. Wenn mir an meinem Job etwas liegt, achte ich das Ego meines Vorgesetzten und kritisiere weder seine Entscheidungen, noch die Abläufe in der Firma, die schon immer so sind wie sie sind.

 

6. Man muss zufrieden sein.

 

7. Wenn Du es nicht bist: vor der Tür warten 100 andere, die Deinen Job liebend gerne machen – vielleicht sogar für weniger Geld!!

 

Ich möchte heute einige Beobachtungen mit Dir teilen, die ich bei verschiedenen Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen in den letzten Jahren gemacht habe.

 

Unsere Arbeitswelt befindet sich also im Wandel. Schlud daran: wie immer, das Internet, die Generationen Y als Wegbereiter und vor allem die Generation Z, die sogennanten Millenials. Denn die meisten Menschen, die ab den 80ern und um die Jahrtausendwende geboren wurden sind ganz anders aufgewachsen als alles, was vor ihnen da war: in einer Welt, in der man nicht mehr in ein und dem selben Job bis zur Rente tätig ist, in einer Welt, in der sich so vieles so schnell verändert, dass es viel, viel weniger Sicherheit und Beständigkeit gibt – nicht nur im Arbeitsleben – in einer Welt, in der alles ein bisschen größer und vor allem jeder Zeit zugänglich ist.

 

Das Internet bietet schnelle Lösungen auf allen Ebenen, egal ob etwas recherchiert werden muss (keine umständlichen Fahrten mehr in die Bücherei um in Nachschlagewerken zu kramen), etwas eingekauft werden muss (keine Umständlichen Fahrten mehr von Laden zu laden um Angebote, Qualität und Preise zu vergleichen und das Produkt in die eigenen vier Wände zu holen) oder einfach nur die individuellen Bedürfnisse zu befriedigen (kein ewiges Durchforsten der Fernsehzeitung auf der Suche nach interessanten Sendungen zu bestimmten Zeiten auf bestimmten Sendern, aber die Möglichkeit sich sein Müsli ganz nach Belieben zusammenstellen und liefern zu lassen).

Wir sind daran gewöhnt, dass es nicht nur alles gibt, was man sich wünschen kann, sondern auch daran gewöhnt, dass selbst das, was ich mir wünsche nochmal auf meine Bedürfnisse zugeschnitten wird. Individualismus und die Beschäftigung mit sich selbst (Stichwort Selfie, Stichwort Persönlichkeitsentwicklung) nehmen einen viel größeren Raum ein, als bei den älteren Mitgliedern unserer Gesellschaft. Und während die Kids aus gutem Hause die neuen technischen Möglichkeiten nutzen konnten, um sich zu bilden und eine neue Form der Freiheit (unabhängige Medien) genossen, konnten Kids mit einer weniger erfolgreichen Schullaufbahn sich noch mehr beschäftigen mit Produkten und Inhalten, die vielleicht nicht unbedingt förderlich sind für die eigene Motivation und den beruflichen Werdegang.

 

Das Ergebnis dieser von mir nur grob vereinfacht beschriebenen Entwicklung ist zum einen, dass Menschen zwischen denen teilweise nur ein Altersunterschied von weniger als 10 Jahren besteht, in völlig verschiedenen Welten aufgewachsen sind.

 

Dies hat auch dazu geführt, dass, vor allem in den Berufen, die eine Ausbildung zur Fachkraft vorraussetzen, immer mehr gute Arbeitnehmer fehlen. Denn die Anzahl der jungen Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen ist generell gesunken. Außerdem gibt es mehr Menschen, die einen Studienabschluss anstreben und weniger Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss, die über die persönlichen Vorraussetzungen verfügen, eine betriebliche Berufsausbildung erfolgreich zu absolvieren. Wenn ich mir den Arbeitsmarkt heute so anschaue, dann würde ich sagen, dass die Schere zwischen Studienabschluss und Ungelernten sehr weit auseinander geht und es dazwischen im Vergleich zu vor 15 Jahren, eher mau aussieht. Mmmmmh warte mal ... wie war dieses Wort nochmal, was in aller Munde ist... ah ja! Fachkräftemangel!

 

In den letzten Jahren haben aber nicht nur haufenweise ungeeignete Bewerber für die Ausbildung im Betrieb den Arbeitgebern den Schweiß auf die Stirn getrieben, sondern auch die vielen, gut ausgebildeten Uniabsolventen!

 

Denn wer es gewöhnt ist, dass er sich sein Müsli online individuell zusammenstellen kann, wer es gewöhnt ist sich zu jeder Tages- und Nachtzeit auszusuchen, welche Lieder er hören und welche Serie er genau jetzt, in diesem Moment sehen will, wer es gewohnt ist jederzeit für ein paar Euros in ein Flugzeug steigen zu können und an jedem Ort auf dieser Welt urlauben und arbeiten zu können, wer aufgewachsen ist in einer Zeit, in der das was ich tue und wie ich mich fühle (Facebook, Instagram, Twitter usw,) das Wichtigste überhaupt ist, wer von seinen Eltern immer gehört hat, dass er sich frei entfalten darf und auch als Kind schon auf Augenhöhe der Erwachsenen großgezogen wurde, wird sich nie, niiiiemals zufrieden geben mit einem Job, der Geld aufs Konto bringt, nicht zu weit weg ist und der für immer da ist, wenn er dafür...

 

1. Ständig Druck aus der Führungsetage haben und Überstunden, bezahlt oder unbezahlt leisten muss ohne, sich aus sich selbst heraus - aus freien Stücken - dafür entschieden zu haben.

 

2. Sich mit Idioten rumschlagen muss, die seine Motivation bremsen.

 

3. Nicht mehr entscheiden kann, wann er arbeitet, wann er in den Urlaub fahren dürfen und wie lange und in manchen Branchen auch darüber, ob die freien Tage wirklich freie Tage bleiben, oder doch spontan zu Arbeitstagen werden.

 

4. Nicht entscheiden darf, ob er lieber vom Büro oder von zu Hause arbeitet.

 

5. Sich in seiner Selbstverwirklichung durch einen engstirnigen Vorgesetzten mit vorsteinzeitlichen Ansichten gebremst sieht oder von einer Firma, die ihr volles Potential nicht ausschöpft in Zeiten der Digitalisierung.

 

6. ... und für den ganze Schwachsinn auch noch dankbar sein soll.

 

7. Weil er sonst eben gegen einen der 100 Leute ausgetauscht wird, die auf seine Stelle warten.

 

Falls Du zu den Millenials gehörst, die dies lesen und denken: Ja, und? Is doch normal!: Du kannst jetzt abschalten, denn dieser Artikel beschäftigt sich mit etwas, was Du offenbar von Natur aus schon richtig machst.

 

Wenn Du mir bis hierhin folgen konntest, dann ist Dir jetzt wahrscheinlich auch schon klar, dass für Arbeitnehmer rosige Zeiten angebrochen sind!

 

Denn wenn die breite Masse der Arbeitnehmer das eigene Wohlergehen für sich entdeckt und zur Priorität gemacht hat, bedeutet das, dass die Unternehmen sich daran anpassen müssen.

 

Dass das passiert und sie bemühter sind als noch vor wenigen Jahren, die Bedürfnisse ihrer zukünftigen Angestellten zu verstehen und ihnen entgegen zu kommen, kannst Du heute in jeder Stellenanzeige lesen: von Zusatzleistungen wie Kitaplätzen, über flexible Arbeitszeiten, mehr Eigenverantwortung oder hauseigenen Fitnesstudios ist alles dabei und noch viel mehr.

 

Da es weniger potentielle Bewerber im Allgemeinen gibt und da heute so viel mehr Menschen da draußen rumlaufen, die sich bereits in der Kindheit ihr Gehirn via Smartphone gelöscht haben und deshalb als Arbeitnehmer im Fachkräftebereich nicht in Frage kommen, musst Du nicht mal mehr Deine Ellenbogen ausfahren um an Deine Traumstelle heranzukommen.

 

Stattdessen kannst Du Deine Energie investieren um herauszufinden, was Dein ganz persönlichen Arbeitsbedürfnisse sind. Denn meine Erfahrung ist die, dass es nicht immer nur darum geht, WAS Dein Job ist, sondern vielmehr WIE Dein Job ist. Es wird also Zeit, sich die richtigen Fragen zu stellen, wenn Du Deinen Traumjob finden möchtest. Und wie Du herausfinden kannst, wie Dein Traumjob sein sollte, beschreibe ich Dir heute anhand eines Beispiels in einer Geschichte: Meinem eigenen ZickZack-Lauf durch die Arbeitswelt:

 

Als ich fertig war mit meiner Ausbildung zur Altenpflegerin, war ich schon ganz schön geschlaucht. Ich hasste die ständigen Frühdienste, zu denen ich um 4 Uhr aufstehen musste. Und dass mein Arbeitgeber entschied, wann und wie oft das der Fall sein würde – denn 10 Tage durcharbeiten sind in der Pflege leider eher Standard als eine Seltenheit. Selbst wenn ich um 20 Uhr ins Bett ging, war ich am nächsten Tag einfach nie ausgeruht und ab 16 Uhr zu nichts mehr zu gebrauchen. Und obwohl die Frühdienste personell am besten besetzt waren, war mir das Gewusel während dieser Schicht einfach zu viel. Ich empfand die Zuschlagsverteilung als ungerecht, denn im Spätdienst und im Nachtdienst, wo es weder nervige Auseinandersetzugen mit Angehörigen der Patienten, noch anstrengende Arztvisiten, noch die körperlich sehr schwere Fließband-Abfertigung der täglichen Ganzkörperpflege der Patienten gab, gab es – nur aufgrund der Arbeitszeiten – mehr Geld UND weniger Zickereien. Das kennst Du vielleicht auch: je stressiger es wird, je unausgeschlafener das Team ist, desto schneller kommt es auch zu Reibereien unter Kollegen.

 

Wie Du aus der ersten Staffel meines Podcasts schon weißt, kam es in dieser Zeit auch zu meinem Burnout und ich verließ nach der Ausbildung meine Heimatstadt, um nach Berlin zu gehen und nochmal bei null anzufangen.

 

Aber auch wer bei null anfängt, muss ja arbeiten und Geld verdienen. Ich kam an in einer neuen Stadt, ich hatte keinen besonders großen finanziellen Puffer – ein Job musste her, und zwar zügig. Einzige Bedingung: nicht mehr um 4 Uhr morgens aufstehen und nichts im Pflegebereich, davon hatte ich vorerst genug.

 

Also filzte ich Stellenanzeigen auf allen möglichen Portalen und stellte erstaunt fest, dass es so manchen Job gab, der einigermaßen vernünftig vergütet wurde, zumindest so, dass ich vorerst davon leben und mir später weitere Gedanken machen konnte, ohne dass man dafür spezielle Qualifikationen oder Ausbildungen gebraucht hätte.

 

Ich bewarb mich bei einem Weinhandel, der Personal suchte, um Weine zu verkaufen und Kunden zu beraten. Ich selbst muss gestehen, dass ich Alkohol nicht so sehr mag. Ich vertrage ihn schlecht und so richtig schmecken tut er mir auch nicht. Aber verkaufen ist ja nicht trinken, dachte ich mir. Ich bekam den Job nach einem netten Vorstellungsgespräch und wurde vom Unternehmen in Sachen Weine geschult. Das Arbeitsklima war angenehm dort und die Arbeitszeiten menschenwürdig: meine Schicht begann um 10 Uhr.

Vierteljährlich fanden größere Versammlungen statt, bei denen mitten am Tag von uns Verkäufern die neuen Produkte verkostet und besprochen wurden. Und das war, wie Du Dir wahrscheinlich schon vorstellen kannst, sehr sehr lustig.

 

Ich lernte sehr viel in dieser Zeit, nicht nur über Weine, sondern auch im Umgang mit Kunden und natürlich Verkaufspsychologie, die ich jedoch eher schlecht als recht anwenden konnte... älteren Damen 200 Flaschen Wein zu verkaufen, obwohl ich wusste, sie würden doch höchstens 3 davon trinken und 10 davon verschenken, brachte ich einfach nicht übers Herz. Und damit war eigentlich auch schon klar, dass das nicht der Job für die Ewigkeit für mich war.

 

Aber ich hatte zu dieser Zeit auch eine Therapie wegen meines Burnouts angefangen, und da diese gut lief, war ich nach einem Jahr bereit, einen neuen Anlauf in meiner eigentlichen Profession – der Pflege – zu nehmen.

 

Nur eines kam für mich nicht mehr in Frage: Frühdienste, zickige Kollegen mit denen ich mich jeden Tag aufs neue rumschlagen muss und Fließbandpflege. Denn ich hatte mich ja irgendwann für diesen Beruf entschieden, weil ich MIT Menschen arbeiten wollte, nicht um sie einfach nur schnellstmöglich abzufertigen. Ich tat etwas, wofür mich einige damals für verrückt erklärten: ich bewarb mich bei einer Zeitarbeitsfirma. Ich dachte mir, wenn schon Zickereien, dann wenigstens nicht jeden Tag mit den gleichen Leuten und wenn schon Pflege, dann zumindestens in Bereichen, in denen die Besetzung besser aussieht und in denen ich meinen pflegerischen Horizont erweitern kann.

 

Als ich in der Firma zum Vorstellungsgespräch eintraf, wurde mir zuerst ein Bogen zum Ausfüllen gereicht. Man wollte von mir wissen: In welchen Bereichen ich gerne arbeiten würde, in welchen Bereichen ich nicht arbeiten möchte, in welchen Schichten ich arbeiten wollte, und man bot mir ein Gehalt, welches etwas über dem lag, was ich zur damaligen Zeit bekommen hätte, hätte ich mich direkt in einer Klinik oder auf einer Pflegestation beworben.

 

Ich bekam den Job und fortan konnte ich jeden Monat einen Plan einreichen, an welchen Tagen ich in welcher Schicht zur Verfügung stehen würde. Und wenn für den nächsten Tag, an dem ich theoretisch zur Verfügung stand, noch nichts festes ausgemacht war, konnte ich auch einfach spontan im Büro anrufen und bescheid sagen, dass ich doch nicht arbeite am nächsten Tag. Oder, wenn ich frei hatte, aber fit war und in diesem Monat etwas mehr verdienen wollte als sonst, konnte ich auch spontan noch neue Dienste hinzufügen.

Ich arbeitete größtenteils im Nachtdienst und zog friedlich meine Runden über die Stationen. Ich traf viele Kollegen, die sich aus den gleichen Gründen wie ich für die Nachtschicht entschieden hatten, und statt ständigem Zickereien gab es Teamwork und viel Lachen. Ich arbeitete in den renommiertesten Kliniken und Psychiatrien Berlins und sammelte wertvolle Erfahrungen ohne Ende.

 

Nach einem Jahr war klar: ich wollte mich weiterqualifizieren, und die Arbeitsbedingungen ließen es zu, dass ich meine Ausbildung zum Trauer- und Sterbebegleiter machen konnte. Ich wollte etwas weniger am Bett stehen, etwas mehr in der Familienbegleitung tätig sein und ich in einem Bereich arbeiten, der sich neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und einer menschlichen, flexiblen, individuellen Pflege schneller zuwandte als jeder andere: die Palliativpflege.

Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins

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Meine Ausbildung lief gut und am Ende dieses Jahres übernahm mich der Verein, bei dem ich die Qualifizierung gemacht hatte, als freie Mitarbeiterin.

 

Ich arbeitete fortan also etwas weniger Stunden am Bett und mehr Stunden in der Familienbegleitung. Check!

 

 

Und so war ich einige Jahre sehr, sehr viel zufriedener mit meinem Arbeitsleben.

 

Ich kam auf der Karriereleiter ganz gut voran, das hast Du vielleicht auch schon auf meiner Webseite in der Vita gelesen. Aber, nachdem ich mehr und mehr Arbeitsmodelle und auch Lebensentwürfe kennen lernte, hatte ich auch das Gefühl ich hatte sooo viel verpasst in den Jahren zuvor und jetzt einen Vorgeschmack bekommen, auf all die Möglichkeiten, die die Arbeitswelt und das Leben zu bieten haben. Und ich hatte ein kleines finanzielles Polster. Also reiste ich nach Indien, Südfrankreich und in die Schweiz als Gästebetreuerin für Reisegruppen, denn nicht nur mein Englisch, auch mein Französisch sollte endlich alltagstauglich werden.

 

Und wieder lernte ich etwas Neues über mich: ich hatte zu wenig grün und zu viel Stadt in meinem Alltag!

 

Als ich zurück kam, zog ich - natüüüürlich -  nach Bayern. Berge, frische Luft und klare Seen, Herz, was willst Du mehr!

 

Ich begann wieder in der Pflege zu arbeiten, im Nachtdienst. Und es stellte sich ziemlich schnell heraus: das war nichts mehr für mich. Ich wollte mit Menschen arbeiten, ich wollte mein breit gefächertes Fachwissen nutzen in meiner Tätigkeit, aber die Zustände, in denen sich nahezu all unsere Pflegeeinrichtungen in Deutschland befinden, waren einfach unerträglich geworden für mich. Das galt auch für die Nachtdienste. Der Körper ist nicht darauf ausgelegt, jahrelang gegen die innere Uhr zu leben, und wenn man älter wird, macht sich das bemerkbar. Ich wollte außerdem einer Tätigkeit nachgehen, die mir genug "Luft" im Geiste lassen würde, um mich nebenbei selbstständig zu machen und vor allem wollte ich einen Job, in dem es nicht mehr jeden Tag um Leben und Tod ging, sollte ich einmal eine falsche Entscheidung treffen.

 

Ich ging also wieder Mal in Internet auf Stellensuche und bewarb mich als Arzthelferin für den Empfang in einer sehr angesehenen, rennormierten Arztpraxis im Herzen Münchens und bekam den Job.

 

Ich habe meine Arbeit dort sehr genossen, der Umgang mit den Patienten machte mir Freude, die Arbeitszeiten waren entspannt, die Entscheidungen, die ich treffen musste, waren eher belanglos und die Bezahlung war gut. Und wie immer in neuen Bereichen, lernte ich auch hier sehr viel Neues.

Ich hatte genug Energie übrig, um nebenbei meine Praxis aufzubauen. Einige Monate vor der Eröffnung gab es wahnsinnig viel zu durchdenken und zu tun, und bald merkte ich, dass ich, bis die Praxis lief, eigentlich einen Job bräuchte, in dem ich weder nachdenken, noch mit irgendjemandem reden musste. Ich brauchte einen Job, der den geistigen Stress und all die Arbeit am Computer durch leichte körperliche Aktivität etwas ausgleichen würde und wo ich am Ende des Tages ein Ergebnis sehen würde, sodass ich nach Hause gehen könnte mit dem Gefühl, etwas geschafft zu haben und nicht mehr darüber nachdenken zu müssen. Und wie wir alle brauchte ich natürlich auch Geld zum Leben, bis die Praxis genug abwerfen würde. Und so fand ich – zack! Internet an, Stellenbörse gegoogelt – eine Putzstelle in einem Privathaushalt, welche außergewöhnlich gut bezahlt war.

 

Und, naja, den Rest der Geschichte kennst Du ja. ;-)

 

Ein guter Job bringt Dir nicht nur Geld und Status – das ist zu kurz gedacht.

 

Wenn Du Vollzeit arbeitest, verbringst Du einen großen Teil Deiner Lebenszeit auf Arbeit. Deswegen ist es so wichtig für Dich herauszufinden, WIE Arbeit sein muss, damit es Dir gut damit geht. Dein Leben ist nichts statisches, starres. Es ist etwas, was fließt, was wächst, was sich verändert und davon sollte auch Dein Arbeitsleben nicht ausgeschlossen sein.

Wenn Du in Bewegung bleibst und nach dem suchst, was sich für Dich richtig anfühlt, wirst Du Erfahrungen über Dich selbst und Deine Tätigkeit sammeln, von denen Deine Kollegen und Mitbewerber nur träumen können, nach jedem Job wirst Du einen finden können, der noch besser zu Dir passt, egal ob Du Dich weiterentwickeln oder erstmal runterkommen willst, denn mit jedem Job wirst Du mehr über Deine Bedürfnisse, Deine Wünsche und Deine verborgenen Fähigkeiten herausfinden.

 

Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

 

Die Millenials haben die Basis dafür geschaffen, dass viele Arbeitgeber heute bereit sind, auf die Bedürfnisse ihrer potentiellen Angestellten einzugehen, dass Du es Dir leisten kannst Forderungen zu stellen, und dass ein Jobwechsel, selbst wenn er jährlich oder alle zwei Jahre vorkommt – und so auch im Lebenslauf auftaucht – heute niemanden mehr abschreckt sondern, im Gegenteil, sogar als Indiz dafür gewertet wird, dass Du vielfältiger und erfahrener bist als Deine Mitbewerber.

 

Sei neugierig und probier Dich aus! Was beim Erwachsenwerden und in der Sexualität geklappt hat, funktioniert auch in der Arbeitswelt.

 

 

Was sind Deine Erfahrungen mit der Arbeitswelt? Bist Du zufrieden mit Deinem Job oder wünschst Du Dir Veränderng? Hast Du vielleicht sogar schonmal eine Veränderung gewagt? Schreib es in die Kommentare zu diesem Artikel! Ich freue mich auf Dein Feedback!

 

Deine Suzy. :-)

 

Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus "Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins"  - "Wie Du Deinen Traumjob findest!"


 

Ich bin Suzy - Ayurveda Therapeutin und Burnout Coach bei Burnout Coaching Berlin.

 

In meinem Mini - Blog und in meinem Podcast "Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins" erfährst Du alles darüber, wie Du deinen individuellen Weg aus dem Burnout findest.



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