Emotionale Erpressung? Wenn andere mit Deinen Gefühlen spielen!

 

Du möchtest aufräumen und wünschst Dir mehr Seelenfrieden im Alltag, das habe ich verstanden. Und da es sich häufig so anfühlt, als ob die Menschen um Dich herum permanent Chaos an Deinen Arbeitsplatz, in Deine Familie und Deine Gefühlswelt im Allgemeinen bringen, werden wir beide uns jetzt einmal anschauen, wie viel davon in Deiner Macht steht dies zu ändern.

 

Ich nehme Dich ab hier mit auf eine Reise, auf der Du Dir ansehen kannst, was der Grund für viele ungelösten Konflikte in dieser Welt und auch in Deinem Leben ist.

 

Erste Frage: Wofür lebst Du?

 

"Mein geiles neues Auto.", sagst Du jetzt vielleicht. "Mein Traumjob.", "Meine Kinder.", "Reisen.", "Ostereier anmalen."

 

Falsch! Du lebst für das Gefühl der Freude, welches Du hast, wenn Du bei Nacht in Deinem neuen Auto über leere Autobahnen fegst. Du lebst für dieses Gefühl erfüllt zu sein und Dein Talent voll ausschöpfen zu können in Deinem Traumjob. Du lebst für die Wärme und all den Glitzerstaub, der auf Dein Herz rieselt, wenn Du Deine Kinder glücklich aufwachsen siehst, für das Gefühl der Freiheit, wenn Du durch die Welt ziehst oder das Gefühl ganz bei Dir zu sein und Schönheit zu erschaffen, wenn Du Ostereier anmalst.

 

Du lebst einzig und allein um zu fühlen. Gefühle sind super, denn solange Du fühlst, kannst Du sicher sein, dass Du am Leben bist. Und auch, wenn Dir das so noch nicht aufgefallen ist, auch Gefühle wie Wut, Angst und Trauer sind ein sicheres Zeichen dafür, dass Du lebst. Immerhin!

 

Nächste Frage: Woher kommen Deine Gefühle?

 

"Meine Chefin macht mich wütend, mein Vater macht mich traurig." oder "Mein Haustier macht mich glücklich.", denkst Du Dir jetzt.

 

Wieder falsch!

 

In der deutschen Sprache hat sich ein großer Fehler eingeschlichen. Wir formulieren unsere Gefühle nämlich oftmals genau so: “Du machst mich wütend!“ Und, was noch viel schlimmer ist, wir erziehen häufig auch unsere Kinder, in dem wir ihnen sagen: „Wenn Du dies oder das tust, macht mich das traurig!“ Und Du wirst gleich erkennen, wie fatal dieser Sprachfehler sich auf Dein ganzes Leben auswirkt.

 

Warst Du schon mal unglücklich verliebt und hast vielleicht sogar ALLES gegeben, damit die andere Person sich nur in Dich verlieben möge? Warum hat das nicht geklappt? Wenn wir andere Menschen traurig, wütend oder glücklich machen können, dann müssten wir sie doch auch verliebt in uns machen können, oder? Nee? Warum? Weil wir nicht entscheiden können, mit welchem Gefühl andere auf uns reagieren. Wir können nur Wahrscheinlichkeiten abschätzen. In unserem Kulturkreis ist es z. B. sehr wahrscheinlich, dass Dein Freund ausrastet, wenn Du einen Lackschaden an seinem Auto verursachst. Er reagiert mit Wut auf das, was Du getan hast. Und selbst da kannst Du Dir nicht sicher sein. Vielleicht fängt er auch direkt an zu weinen wie ein Baby und reagiert also mit Trauer. Vielleicht hat er auch nicht nur einen Kratzer im Lack, sondern auch einen Sprung in der Schüssel und freut sich, weil er jetzt einen Grund hat sich ein noch teureres Auto kaufen zu können, jetzt, wo seines offensichtlich einen Schaden hat. In anderen Ländern wiederum sind Autos reine Nutzgegenstände. Dort würde ein Kratzer im Lack niemanden jucken, solange das Auto noch funktioniert.

 

Die korrekte Formulierung lautet also nicht: "Du machst mich wütend!", sondern: "Ich bin wütend, weil ich sehr viel Wert auf ein Auto lege, das aussieht wie geleckt.", "Ich bin traurig, weil ich glaube, dass ein Auto ohne Lackschaden das Wertvollste ist, was ich in meinem Leben habe." oder "Ich bin froh, dass Du meinen Lack zerkratzt hast, weil ich sonst einen neuen Autokauf nicht hätte rechtfertigen können!"

 

Du siehst also, Du hast überhaupt keine Gewalt darüber, wie jemand auf Dich oder das, was Du tust, reagiert. Du kannst niemanden traurig, wütend oder glücklich machen, wenn er selbst nicht bereit dazu ist.

 

Das sind gute Nachrichten, denn das bedeutet, dass Du zwar Schuld bist an dem Kratzer im Lack, aber niemals an dem Gefühl, was in dem anderen aufkommt, wenn er den Lackschaden sieht, und auch nicht an der Aktion, die daraus folgt.

Dies ist besonders wichtig für Dich zu begreifen, wenn Du Menschen in Deinem Umfeld hast, die Dir regelmäßig emotional, körperlich oder finanziell Schaden zufügen mit der Begründung, dass Du sie wütend oder traurig gemacht hast, und sie ja deswegen keine andere Wahl haben als gewaltsam zu reagieren.

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Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass all die Menschen, die Du für Deine Gefühle verantwortlich machst, nicht dafür verantwortlich sind. Das zu glauben ist fatal, denn Du gibst ihnen Macht über Deine Gefühlswelt, die ihnen nicht zusteht und noch viel schlimmer: Du nimmst Dir selbst diese Macht und lieferst Dich ihnen aus. Denn wie es Dir geht, hängt dann einzig und allein von der Laune der anderen ab. Wenn Du das eine Weile machst, wirst Du ziemlich schnell das Gefühl bekommen, ein Spielball zu sein, anderen Menschen und Deinem Leben ausgeliefert zu sein und daran auch nichts ändern zu können.

 

Daher hier meine erste Empfehlung, jetzt, wo Du in meinem Artikel "Wie Du die wahre Ursache für Dein Burnout erkennst und sie beseitigst in 5 Schritten" auch gelesen hast, wie Dein Unterbewusstsein funktioniert und dass es Dir immer zuhört und glaubt: Wenn Dich in Zukunft etwas bewegt, denk oder sag nicht mehr: „Der oder das macht mich traurig.“, sondern sag Dir: "Ich fühle mich traurig, weil dies oder jenes passiert ist und ich mir eigentlich gewünscht hätte, dass..." oder stell einfach erstmal nur fest: "Ich bin traurig!", "Ich bin wütend, ich merke, dass Wut in mir hoch steigt." und lass es so stehen. Um alles, was danach kommt, kümmern wir uns in zukünftigen Artikeln.

 

Denn, ayurvedisch und psychologisch betrachtet, sind Gefühle Energien, die in uns entstehen und von denen jede einzelne eine lebenswichtige wichtige Funktion hat. Und weil sie in uns entstehen und nicht von anderen zu uns gebracht werden, können wir ihre Entstehung beeinflussen, vor allem aber, können wir sie lenken und auch wieder auflösen.

 

Im Ayurveda hat man sogar erkannt, dass jedes Gefühl immer nur die eine Seite einer Medaille ist. Zu jedem Gefühl, welches keiner von uns gerne fühlt, also Wut, Angst und Trauer, gibt es immer eine Art positives Gegenstück. Wenn Du zum Beispiel die Seite der Medaille auf der "Trauer" steht umdrehst, wirst Du auf der anderen Seite das Wort „Liebe“ finden, denn der Ort, an dem Liebe und Trauer entstehen, in Deinem Herz und Deiner Seele, ist der gleiche. Es ist ein- und dieselbe Quelle, aus der die beiden kommen und daher sind beide auch ein- und dieselbe Energie, die sich einfach nur in unterschiedlichen Erscheinungen, nämlich positiv als Liebe und negativ als Trauer zeigt.

 

Aber wir waren ja beim Thema Macht und wie viel Du davon eigentlich über Dein Leben hast, und ich bin noch nicht ganz am Ende: Du hast nicht nur die Macht, Gefühle in Dir entstehen zu lassen und sie zu lenken, Du hast auch die Macht, sie auszusprechen oder eben auch nicht.

Vielleicht machst Du das nicht so gern, weil Du weißt, dass man verletzlicher ist, wenn man mit seinen Gefühlen offen umgeht. Oder weil Du gelernt hast, dass es ein Zeichen von Schwäche ist, wenn Du das tust. Oder weil es für Dich viel schmerzhafter ist, in Deinen Gefühlen und Bedürfnissen zurückgewiesen oder nicht ernst genommen zu werden, als sie nie auszusprechen und sie deshalb für immer unerfüllt in Dir stehen zu lassen.

 

Das ist der Grund, warum Du auch nie verantwortlich sein kannst für das Glück anderer und andersherum. Ob Du sagst, was Du brauchst, was Du Dir wünschst, wie es Dir geht, ob Du dem nachgehst oder nicht, ist eine Entscheidung, die nur bei Dir liegt. Oder bei dem Menschen, der sie hat. Das Leben kann fies sein, und manchmal bekommen wir nicht, was wir uns so sehr wünschen, die Chancen steigen jedoch deutlich, wenn wir unsere Gefühle und Bedürfnisse aussprechen und somit andere darüber informieren. Dies gilt auch für Verletzungen. Wenn Dein Gegenüber weiß, dass es etwas getan hat, worauf Du mit Trauer oder Schmerz reagierst, hat es die Möglichkeit sich bei Dir zu entschuldigen oder sein Verhalten zu erklären, und ihr werdet Euch beide besser fühlen.

 

Mehr noch, die Entscheidung, Bedürfnisse und Gefühle auszusprechen hilft Dir enorm, die Menschen in Deinem Leben auszusortieren, die giftig für Dich sind. Warum? Weil giftige Menschen Deine Gefühle, Wünsche, Verletzungen und Grenzen bewusst ignorieren und drauf scheißen. Und weil es Dir 1000 Mal leichter fallen wird, Dich von Ihnen zu lösen oder abzugrenzen, wenn Du das siehst. Denn so stellt sich die Frage nicht mehr, ob der Andere das mit Absicht macht oder weil er gar nicht weiß, dass Du dies oder jenes nicht möchtest oder dass Du dies oder jenes als Verletzung empfunden hast. Deine Gefühle auszusprechen, ist manchmal also die einzige, aber auch größte Möglichkeit und Macht, die Du hast.

 

Dafür, immer andere für die eigene Gefühlswelt verantwortlich zu machen, gibt es im englischen übrigens den Ausdruck: "Playing the blame Game.", was auf Deutsch so viel heißt wie "Das Schuldspiel spielen".

 

Alle suchen nach dem Schuldigen und keiner nach der Lösung.

 

Deine Suzy. :-)

 

Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus: Staffel 2 Folge 2"Machtspielchen und Gefühlsduselei!" :

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Ich bin Suzy - Ayurveda Therapeutin und Burnout Coach bei Burnout Coaching Berlin.

 

In meinem Mini - Blog und in meinem Podcast "Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins" erfährst Du alles darüber, wie Du Deinen individuellen Weg aus dem Burnout findest.



Kommentare: 1
  • #1

    Sabine W. (Freitag, 05 April 2019 15:41)

    Hallo Suzy,
    ich bin von Anfang an bei deinem Podcast „Burnout, von der Leichtigkeit des Seins“ mit dabei. Mich hat es im letzten Jahr selber getroffen und plötzlich ging bei mir gar nichts mehr. Nun, nach gut einem Jahr, kann ich sagen, dass es bei mir sehr viel Zeit gebraucht hat, um alles aufzuarbeiten warum und wieso überhaupt das soweit gekommen ist.
    Ich mag deine Beiträge sehr, denn du triffst immer genau die Punkte, die ich für mich bearbeiten konnte und immer noch kann. Und das alles stellst du kostenlos für alle interessierten Menschen zur Verfügung. Ich kann sagen, dass deine Beiträge mir sehr geholfen haben, mich neu kennenzulernen, und mich wieder besser zu fühlen.
    Ich kenne dich zwar nicht persönlich, aber ich glaube, du bist eine tolle Frau �.
    Vielen vielen herzlichen Dank für deine tollen Beiträge.