Warum dein Burnout so lange dauert!

 

In diesem Artikel erfährst Du, wie ein Burnout-Heilungsprozess insgesamt aussieht, was ihn verlangsamen oder gar beschleunigen kann, ob er geradlinig verlaufen sollte und wo die Stolpersteine auf dem Weg aus dem Burnout liegen, wenn Du anfängst Verschiedenes in Deinem Alltag zu verändern. Ich verrate Dir außerdem, warum es sich lohnt, ab und an mal locker zu lassen. Gut Ding will Weile haben - blöder Spruch oder Lebensweisheit? Nun ja, beginnen wir von vorn...

 

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Wir wollen unsere eigenen Erfahrungen machen

Ich habe ja schon einmal erwähnt, dass jeder seine eigenen Fehler oder eben Erfahrung machen möchte und soll. Weil wir erwachsen sind und das Gefühl haben wollen, dass wir uns frei entscheiden können, was wir tun und was nicht.

 

Ist Dir schonmal aufgefallen, dass Kinder eigentlich immer älter sein wollen, als sie sind? Sie wollen zu den „Großen“ gehören. Wir streben unser ganzes Leben lang nach der größtmöglichen Unabhängigkeit.

 

Wenn wir klein sind, sind wir auf unsere Eltern angewiesen, egal ob wir Hunger haben, irgendwo hinfahren wollen oder zum Spielen länger draußen bleiben wollen. Ganz im Gegensatz zu den Großen. Wenn wir alt werden, werden wir wieder abhängiger und auf fremde Hilfe angewiesen sein. In der Zeit zwischen klein sein und alt sein wollen wir deshalb so viel wie möglich allein zu Stande bringen.

 

Vielleicht hast auch Du schon das ein oder andere Mal einen Vorschlag bekommen, wie Du dies oder jenes tun oder regeln solltest. Vielleicht war dieser Vorschlag gar nicht sooo schlecht. Und vielleicht hast Du ihn trotzdem nicht umgesetzt, einfach so, aus Prinzip. Das gibt es manchmal. Denn wir sind ja groß und wollen unsere eigenen Ideen umsetzen, nicht die von anderen. Vielleicht hast Du auch schon die entgegengesetzte Erfahrung gemacht, als Du jemandem eine Lösung aufgezeigt hast, die deiner Meinung nach OFFENSICHTLICH die beste war und derjenige sie dann trotzdem nicht umgesetzt hat.

 

So ist das! In jedem von uns steckt ein Leben lang auch immer noch ein kleines, trotziges Kind, welches seine eigenen Erfahrungen machen möchte und muss. Und wenn dieses zum Vorschein kommt, entsteht unbewusster Widerstand. Dann sind wir eben bockig. Selbst wenn der Arzt, der Therapeut, der Partner Recht hat – wir machen es trotzdem oder genau deswegen – nicht so! Daraus entstehen zwar Umwege die Zeit kosten, die aber auch unverzichtbare (Selbst -) Erfahrungen bringen. Und wenn es gar nicht anders geht, können wir uns ja immer noch einsichtig zeigen. Gut Ding will Weile haben.

 

Innere Widerstände

Widerstände entstehen auch, wenn wir etwas vor uns haben, was wir wirklich nicht gerne tun. Einer meiner persönlichen Klassiker wäre hier z.B. die Steuererklärung zu machen. Oder einen entfernten Verwandten zu besuchen, den Du noch nie leiden konntest! Es widerstrebt uns einfach.

 

Vielen ist nicht bewusst, dass alles, was wir nicht gern tun, alles was in uns Widerstand erzeugt, sehr (!) viel Energie kostet, wenn wir es trotzdem tun (müssen).

 

Schon die Überwindung, anzufangen die Steuererklärung zu machen, kostet mich einiges an Energie! Tatsächlich wäre ich nach ca. 2 Stunden fertig damit, trotzdem würde ich lieber fünf oder sechs Stunden aufräumen und putzen, statt mich ihr zwei Stunden lang zu widmen. Gleiches gilt beispielsweise auch für den Besuch unliebsamer Verwandtschaft ... oder eben dem "( Zwangs- ) Pause machen" und "Alltag verändern" bei Burnout.

 

Also, hier haben wir den Grund, warum es manchmal Sachen gibt, die wir nur zu gern aufschieben – bis es nicht mehr geht. Ewiger, unbewusster Widerstand. Gegen Ideen, die nicht unserer eigenen Überzeugung entstammen. Gegen Veränderungen, für die wir uns eher aus der Vernunft heraus als aus freiem Willen entschieden haben. Oder gegen Dinge, auf die wir schlicht und ergreifend keinen Bock haben.

 

Widerstände wachsen übrigens jedes Mal, wenn Du über das nachdenkst, was Du eigentlich tun müsstest – es aber doch nicht tust. Denn Du bist genervt davon, dass das noch immer vor Dir liegt und wirst nervöser mit jedem Tag, den Du es nicht erledigt hast, denn mit jedem dieser Tage bist Du auch wieder einen Tag näher an dem Moment, an dem es sich wirklich nicht mehr aufschieben lässt und getan werden MUSS.

 

Mein erster Tipp in Bezug auf diese verflixten, inneren Wiederstände lautet daher:

 

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Ordne Aufgaben und Ziele nicht nach der Zeit oder dem Geld, sondern nach der Energie ein, die sie Dich kosten! Denn wie schwierig oder wie einfach eine Sache ist oder für wie schwierig oder einfach andere Leute sie halten, ändert nichts daran, wie Du persönlich das empfindest. Wenn etwas schwierig ist für Dich, dann ist das erstmal so. Punkt. Und wenn das so ist, bedeutet es auch, dass Du für diese Sache recht viel Energie brauchen wirst um Dich zu überwinden sie überhaupt anzugehen, sie zu erledigen und im Nachhinein Deine gute Laune zu behalten.

 

Also mache ich das immer folgendermaßen: Auch wenn die Steuererklärung nur zwei Stunden dauert, und ich noch so viel mehr an diesem Tag erledigen könnte, ich nehme mir nichts mehr vor. Es wird an diesem Tag erstmal eine halbe Stunde mit Widerständen gekämpft, indem ich lieber noch einen Tee trinke...oder lieber nochmal zum Briefkasten gehe...oder noch ein paar Minuten im Internet surfe...bis ich einsehen muss, dass das jetzt hier nicht besser wird, wenn ich noch 3 Stunden um diese Aufgabe "drumherumschleiche". Aber eine halbe Stunde kann man das ja mal machen, denk ich mir. Und die gönn ich mir dann auch. Was dann folgt sind tatsächlich zwei Stunden Steuererklärung, in denen ich genervt in Zetteln und Rechnungen wühle, mich verschreibe und einen kleinen Wutanfall habe, weil ich diesen EINEN Scheißbeleg nicht finde....bis ich mich beruhige und dann sehe, dass ich die ganze Zeit darauf gesessen hab.

Irgendwann ist sie fertig. Ja, ich weiß, es waren nur zwei Stunden, aber sie haben sich angefühlt wie ein ganzer Tag. DAS ist der Knackpunkt: Für Dich sollte nie relevant sein, wie lange etwas dauert, sondern: wieviel Energie es Dich kostet. 

 

Mein Energiepensum ist nach der Steuererklärung für den Rest des Tages aufgebraucht. Und weil ich das nach all den Jahren inzwischen schon vorher weiß, plane ich an diesem Tag eine Belohnung mit ein. Um Energie zu tanken, klar, aber auch um mich selbst damit zu bestechen. Denn je eher ich an diesem Tag mit der Steuer anfange, umso näher rückt meine Belohnung. Eine kleine Motivationshilfe also. Wenn ich fertig bin und die Steuer abgegeben habe, fühle ich mich total erleichtert, denn ich habe es endlich hinter mir. Und dann kommt auf dieses gute Gefühl noch die Belohnung obendrauf. Am Ende des Tages bin ich voll und ganz zufrieden, denn ich habe es gemeistert, war erfolgreich und habe den Rest des Tages etwas schönes gemacht. Mein Akku sagt danke, Vater Staat ist zufrieden und mein Unterbewusstsein...mein Unterbewusstsein hat etwas gelernt: Steuererklärung machen ist doch gar nicht so schlimm und es lohnt sich, die Dinge anzugehen – je früher ich das mache, desto weniger Lebenszeit befindet sie sich nämlich im „Unerledigt“-Ordner und stresst mich unbewusst. Das nächste Mal wird weniger Widerstand herrschen, weil die Erfahrung an diesem Tag angenehmer und erträglicher war. Ich werde es nicht mehr so lange vor mir herschieben.... Oder nur noch ein bisschen... vielleicht.  ;-)

 

Plane also für unangenehme Tätigkeiten viel mehr Zeit und Energie ein, auch wenn sie nicht lange dauern. Und belohne Dich unbedingt dafür wenn sie erledigt sind, damit es sich einprägt, dass es gut war, es zu erledigen. Das sollte deine Faustregel werden für ALLES, was schwierig ist für Dich, im Burnout - Prozess, aber auch im Leben allgemein. Egal ob schwierige Gespräche, Besorgungen oder ein Anruf bei der Krankenversicherung. Tausche ein "sich-selbst-bekuscheln und belohnen" gegen das alte leidige "ich-prügel-mich-da-durch-koste-es-was-es-wolle". So sparst Du unheimlich viel Energie, und Dein "Akku" hält nicht nur länger, sondern wird durch die Belohnung zum Schluss sogar noch etwas aufgeladen! Gut Ding will eben Weile haben.

 

Gut Ding will Weile haben ist das Motto, was sich durch Dein ganzes Leben und somit auch durch den Burnout-Prozess ziehen wird.
Nicht nur Veränderung und Heilung auf Deinem Weg aus dem Burnout brauchen ihre Zeit. Auch Deine Firma und Deine Vorgesetzten sind nicht immer die Schnellsten:

 

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Firmen müssen erkennen, was sie bremst

In meinem Artikel "6 dreiste Tipps, wie Du besser durch den (stressigen) Arbeitsalltag kommst" ging es zum ersten mal um unsere moderne Gesellschaft und die Arbeitswelt. Da es in Zeiten der Optimierung und Einsparung immer mehr Menschen gibt, denen es so geht wie dir, sei gewiss: das wird nicht ewig so weitergehen. Hohe Krankenstände, Schwierigkeiten gutes Personal für schlechte Bezahlung zu finden und unkreative, deprimierte Mitarbeiter bremsen langfristig gesehen die Wirtschaft. Viele Firmen begreifen das nach und nach und bemühen sich um flexiblere Arbeitszeitmodelle und zusätzliche Ausgleiche neben den Lohnzahlungen. Die Arbeitswelt wird sich ändern, sie kann gar nicht anders. Aber auch hier gilt: Gut Ding will Weile haben. Wie immer.

 

Und dann sind da noch die Menschen um Dich herum. In den Artikeln "Wie giftige Menschen dein Burnout beeinflussen und 3 Wege, wie Du mit ihnen umgehen kannst" und "Die wahre Ursache für dein Burnout und wie Du sie beseitigst in 5 Schritten" habe ich über die Menschen um Dich herum und ihre Ansprüche und Erwartungen gesprochen. Ich habe Dir geraten, deinen Nachbarn, deiner Kollegin oder auch einzelnen Freunden und Familienmitgliedern Grenzen aufzuzeigen, wenn Du Ruhe brauchst um Energie zu schöpfen. Ich habe Dir geraten hin und wieder kürzer zu treten.

 

Neue Kommunikationsmuster zu etablieren braucht Zeit

Kommunikation und Beziehungen sind immer eine beidseitige Geschichte. Du bist es vielleicht gewöhnt, nie "nein" zu sagen und das Risiko nicht einzugehen, dass die Anderen eventuell sauer auf Dich sind, wenn Du es doch tust! Wie immer, will ich auch hier ehrlich zu Dir sein:  Wahrscheinlich hast Du leider nicht ganz unrecht mit Deinen Befürchtungen. Diejenigen, die es von Dir gewöhnt sind, dass Du immer alles für sie tust und Dich selbst dabei vergisst, werden erstmal verwundert und vielleicht auch ein bisschen eingeschnappt sein.

 

Du wirst sicher auch erstmal Herzklopfen haben, wen Du die ersten Male "nein" sagst, vor allem wenn Dein Gegenüber dann tatsächlich stinkig ist auf Dich. Aber ich kann Dich beruhigen. Das ist eine Gewohnheitssache. Und so, wie Du erstmal übst "nein" zu sagen und Dich dran gewöhnen wirst, dass mancher darauf ein bisschen zickig reagiert - sich aber am ende auch wieder beruhigt , so müssen diejenigen zu denen Du "nein" sagst, sich auch erstmal dran gewöhnen, dass Du ab jetzt nicht mehr sofort springst, wenn sie irgendwas von Dir wollen. Und das werden sie auch. Du wirst weniger Energie an anspruchsvolle Menschen in Deinem Umfeld verlieren, es dauert nur seine Zeit. Sei geduldig mit ihnen und nimm ihnen ihr anfängliches Gemecker nicht so krumm. Ihr habt einige Jahre diese eine Umgangsform gehabt, jetzt kommt eine neue. Gut Ding will Weile haben. Auf beiden Seiten.

 

Wir sind ein Leben lang damit beschäftig uns selbst zu erkennen

Im Artikel "Die wahre Ursache für dein Burnout und wie Du sie beseitigst in 5 Schritten" ging es auch um Dein Unterbewusstsein – den kleinen Schlingel! Du hast erforscht, von wem Du welche Gedanken - und Verhaltensmuster übernommen hast. Du hast vielleicht so manche Ansicht nochmal überprüft und dann sogar verworfen. Das, was uns zu dem gemacht hat, der wir heute sind, wird uns unser Leben lang begleiten. Mit neuen Erfahrungen kommen auch alte Erinnerungen und neue Blickwinkel darauf in unser Sichtfeld. Immer und immer wieder. Es braucht eine ganze Lebenszeit sich selbst zu erkennen und zu wachsen, und so wird Dir immer mal wieder etwas auffallen in Deiner Denkweise oder Deinem Handeln, was Dir vorher nicht klar war und woran Du arbeiten möchtest. Das gilt natürlich besonders für den Weg aus dem Burnout, den Du gerade beschreitest. So ist das. Und es ist sehr gesund so, denn Du bleibst nicht stehen, auch wenn Du manchmal das Gefühl hast, Du trittst auf der Stelle. Gut Ding will einfach Weile haben.

 

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Der innere Schweinehund zeigt Resistenzen

Im Artikel "Wie Du Erschöpfung in Energie und Power verwandeln kannst - 3 Burnout-Hacks für deinen Alltag!" habe ich dir erklärt, wie Du für Orientierung im Alltag sorgen kannst.

 

Vielleicht hast Du Dir vorgenommen jeden morgen 20 Minuten eher aufzustehen um einen Spaziergang nur für Dich zu machen. Oder ins Fitnessstudio zu gehen. Oder jeden Abend frisch zu kochen. Könnte sein, dass Du all diese Dinge ein paar Tage oder Wochen umgesetzt hast... und dann kam irgendwas stressiges und Du bist nur noch einmal die Woche spazieren gegangen und heute stellst Du vielleicht fest, dass Du in den letzten 2 Wochen gar nicht mehr spazieren warst und abends immer Pizza bestellt hast. Und Du bist genervt, weil Du nicht alles durchgezogen hast, obwohl es Dir doch eigentlich gut getan hat.

 

Kann passieren. Und wäre auch ganz normal, wenn es so ist.

 

Die Challenge besteht genau darin, wenn es stressig wird, nicht aus den Augen zu verlieren, was am Wichtigsten ist: Dein Wohlergehen. Denn ohne das wird jede Stressphase noch tausendmal schlimmer. Wenn es Dich beruhigt: die ersten Jahre nach meinem Burnout habe ich in Stressphasen regelmäßig vergessen mein Yoga zu machen. Ich hab lieber 10 Minuten länger geschlafen und auch beim Essen machen habe ich mir Zeit sparen wollen. Ich habe mehr fernsehen geguckt als ich eigentlich wollte usw. Das hat damit zu tun, dass gerade, wenn man gestresst ist, man große Sehnsucht hat nach dem "nix-mehr-tun-müssen". Zu Recht.

 

Das Problem ist in solchen Momenten die fehlende Weitsicht, denn wenn ich dem Stress erliege und meinen Akku nicht auflade, wird das alles auf lange Sicht gesehen ja noch schlimmer. Irgendwann habe ich entdeckt, dass die Tage, an denen ich am wenigsten Lust auf Yoga habe, genau die Tage sind, an denen ich es am aller dringendsten brauche. Und bis heute ist das Wissen, dass alles noch schlimmer wird, wenn ich es nicht mache, der einzige Grund, warum ich mich dann doch aufraffe in Zeiten, in denen ich eigentlich vorm Fernseher liegen wöllte.


Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins

Wie Du Deinen inneren Stressknoten auflöst und Dich endlich aus dem Burnout befreist!

 

10 Kapitel  über Deine Gefühlswelt und deren Neuordnung im Burnout-Prozess. Plus: 4 neue Übungen, u.a. um:

  • Deine Regeneration & Heilung zu förden
  • Deine eigene Energie zu erfahren, zu lenken und zu erhöhen
  • innere Stabilität zu schaffen & zu erhalten


Ich habe einen Kompromiss gefunden und mir ein Minimum für schlechte Tage gesetzt: wenn ich echt soooo unmotiviert bin, dann mache ich nur ein ganz kleines Yoga-Programm statt der eigentlichen vollen halben Stunde. So geht die Gewohnheit nicht verloren, ich komme besser durch die schwere Zeit und wenn die durch ist, genieße ich auch wieder die vollen 30 Minuten jeden Tag. Das Gleiche gilt fürs gesunde Essen. Wenn ich schon nicht koche, dann bestelle ich mir wenigstens Sushi statt Pizza. Ich habs schonmal gesagt: kein Mensch ist gleich, kein Tag ist gleich, auch 10.000 Jahre später nicht. Dies gilt auch für Stressphasen und all die guten Dinge, die Du Dir vorgenommen hast. Und auch hier kann ich sagen ... Naaaa? Genau! ... Gut Ding will Weile haben!

 

Wir lernen von dem Tag, an dem wir geboren werden, bis zu dem Tag, an dem wir für immer unsere Augen schließen. Lernen heißt ausprobieren und wenn man etwas ausprobiert, kann auch mal etwas daneben gehen. Manchmal geht auch nichts daneben, aber du entdeckst, jetzt wo du es ausprobiert hast, dass das schon ganz gut war soweit, dass es aber noch mehr Optimierungsbedarf gibt.

 

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Herausfinden, was deine Arbeitsbedürfnisse sind, ist anfangs gar nicht so einfach

Ich habe Dir in dem Artikel "Wie giftige Menschen dein Burnout beeinflussen und 3 Wege, wie Du mit ihnen umgehen kannst" schonmal von Andrea erzählt und wie sie dringend ihren Job wechseln wollte, weil sie es in der alten Arbeitstelle nicht mehr aushielt.

 

Andrea fragte sich, was sich ändern müsste, damit sie sich in ihrer Tätigkeit wohler fühlen könnte. Sie war Büromanagerin in einem renormierten Krankenhaus und ertrug das Chaos, welches zu Lasten der Patienten ging, nicht mehr. Sie wechselte nach einer Krankschreibeung wegen Burnout, nach gründlichem Überlegen und vielen schlaflosen Nächten, in ein Unternehmen, welches Porzellan in alle Welt verkaufte. Dort fühlte sie sich wohler, denn wenn hier im Stress ein Fehler passierte, war der Schaden am Menschen nicht so groß, wie im Universitätskrankenhaus. Der Druck, alles perfekt machen zu müssen, ging deutlich zurück.

 

Aber nach einigen Monaten war sie auch hier gestresst. Die Kommunikation unter den Mitarbeitern und den Vorgesetzten lief schlecht, vieles musste doppelt und dreifach abgeklärt und erledigt werden, einfach nur, weil die rechte Hand nicht wusste, was die linke tat. Andreas Frust stieg und stieg. Sie wollte sich lange nicht eingestehen, dass auch dieser Arbeitsplatz nicht der Richtige für sie war – sie hatte ja extra gewechselt damit sich etwas änderte und jetzt das! Sie begann zu zweifeln, ob ihre Wünsche bezüglich ihrer Arbeit vielleicht einfach zu hoch und unerfüllbar waren und blieb noch einige Monate in dieser Firma. Als sie feststellte, dass sie mit einem Fuß schon wieder im Burnout stand, zog sie die Reißleine. Sie wurde wieder krank geschrieben... musste sich beim Arbeitsamt melden... naja das Übliche Prozedere eben. Das ist nervig und manchmal echt zum Verzweifeln, aber das ist eben auch die Natur des Sich-Ausprobierens.

 

Ausprobieren heißt: Ich mache etwas anders als bisher und gucke, was passiert. Andrea hatte festgestellt, dass es gut war den Job zu wechseln. Und hat dann festgestellt, dass es noch viel besser sein könnte. Diesmal nahm sie sich mehr Zeit um in sich reinzuhören. Sie begann sich 4 Kriterien aufzustellen, die für sie erfüllt sein müssten um gut durchs Arbeitsleben zu kommen. Jede Stellenausschreibung prüfte sie auf diese 4 Kriterien und begann schließlich einen Job, auf den sie einige Monate vorher nie gekommen wäre: Verwaltung in einem Schloßpark.

 

Dort hat sie weiterhin Kundenkontakt. Sie kann ihre Sprachkenntnisse einsetzen und sich um die Buchhaltung kümmern. Das macht ihr Spaß, denn ihre Kunden sind Touristen. Sie verbringen ihre Freizeit dort und haben meistens gute Laune. In der Vor- und Nachsaison hat sie die Anlage voll im Blick und zupft hier und da auch mal ein bisschen Unkraut an der frischen Luft. Diese Tätigkeit ist weniger hektisch, die Kollegen dementsprechend ausgeglichener, und selbst in der Hauptsaison, wo sie oft nach Hause kommt und totmüde ins Bett fällt, ist sie immer noch eins: zufrieden. Dich auszuprobieren und Selbsterfahrungen zu machen ist essenziell, auch wenn es einige Zein in Anspruch nimmt. Gut Ding...jaja, ich weiß, das wird langsam zum Running Gag.

 

Ich habe einen Kompromiss gefunden und mir ein Minimum für schlechte Tage gesetzt: wenn ich echt soooo unmotiviert bin, dann mache ich nur ein ganz kleines Yoga-Programm statt der eigentlichen vollen halben Stunde. So geht die Gewohnheit nicht verloren, i

Zukunfts-Suzy wird das schon regeln

Wenn Du also etwas tust oder erfährst, was nicht so ist, wie Du es Dir vorgestellt hast, hast Du mehrere Möglichkeiten damit mehr oder weniger gesund umzugehen: Du kannst fluchen und Dich und andere nieder machen, Du kannst positiv reagieren, darüber lachen und von vorne anfangen oder, so wie Andrea, mit der zweiten Krankschreibung, erstmal durchatmen und Dich beruhigen... In der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft.

 

Keine Sorge! Dein Problem läuft nicht weg, das wartet schon auf Dich. ;-) Und manchmal lohnt sich meine Taktik echt, den bösen Brief auf den Poststapel zu legen, zu sich selbst zu kommen, sich die Frust-Energie zu sparen und sich zu sagen: heute reiß ich hier eh nix mehr raus, ich chill erstmal...das hier ist das Problem von Zukunfts-Suzy. Die hat morgen vielleicht wieder Elan und Energie sich damit auseinander zu setzen, wenn ich mich jetzt brav ausruhe und meinen "Akku" auflade.

 

Sei geduldig und nachgiebig mit Dir selber. Probier Dich aus. Sooft und solange Du willst.

 

Gut Ding will Weile haben. Siehst Du.

 

Fragen, Fragen, Fragen

Mein letzter Tipp ist folgender: Wenn Du wirklich mal nicht weiter kommst, mit was auch immer: Frag! Das klingt einfach, spart Dir aber - gerade im Bürokratiejungel - eine Menge Zeit und Energie.

 

Jede Behörde, jede öffentliche Einrichtung hat immer Stellen, an die man sich wenden kann.

 

Es ist der Job deines Bearbeiters bei der Rentenkasse, der Krankenversicherung oder dem Arbeitsamt, der Job der Arzthelferin deines Hausarztes, der Job des Hausmeisters deiner Wohnanlage, der Job der Dame hinter dem Tresen der Deutschen Post Dir Fragen in Bezug auf ihr Unternehmen und alles was damit zun tun hat zu beantworten!

 

Wenn Du nicht weißt, wer Dein Ansprechpartner ist, frag einfach irgendjemanden. Und wenn der es nicht weiß, frag den nächsten. Fragen kostet nichts und Du kannst nicht alles wissen. Wer fragt wird schlauer. In unserer Zeit ist fast jeder gehetzt und gestresst und oft bekommt man das zu spüren, wenn man irgendwo nicht weiterkommt und auf Erklärungen angewiesen ist. Aber das ist nicht Dein Problem. Du darfst Fragen stellen, und zwar so lange, bis Du Deine Antwort hast oder Dir jemand sagen kann, wer für Deine Frage zuständig ist und wie man ihn erreicht.

 

Sei geduldig, bleib freundlich und frag ohne schlechtes Gewissen was das Zeug hält, bis Du weißt, was Du wissen willst. Geduldiges Fragen bringt Dich weiter als verbissene Selbstrecherche ohne Ergebnis. Verschwende keine Zeit damit Dir auszumalen, ob die Befragten denken, dass Du doof oder unselbstständig bist oder nervst. Gut Ding will Weile haben, vor allem in deutschen Behörden.

 

In meinem Blog geht es um den Neustart für Deinen Kopf und Deine Kraft, und darum einen anderen, enspannteren Lebensweg zu entwickeln. Das steckt schon in dem Wort an sich: es ist ein Weg. Einer, der viel Spaß machen kann und den Du Dein Leben lang gehen kannst.

 

Er ist quasi das Ziel. Also steig aus aus Deinem Hamsterrad: eine Strecke, die kein Ende hat, kann man nicht im Sprint zurücklegen.

 

Du willst auf diesem Weg bei Dir selber ankommen. Und ab und zu stehen bleiben, um an ein paar Blümchen zu schnuppern. Du lebst schließlich nur einmal.

 

Gut Ding will Weile haben.

 

 

 

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Deine Suzy. :-)

 

Dieser Artikel ist ein Ausschnitt aus meinem Podcast "Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins" .

S1F8: Burnout - Gut Ding will Weile haben



 

Ich bin Suzy - Ayurveda Therapeutin und Burnout Coach bei Burnout Coaching Berlin.

 

In meinem Mini - Blog und in meinem Podcast "Burnout - Von der Leichtigkeit des Seins" erfährst Du alles darüber, wie Du deinen individuellen Weg aus dem Burnout findest.



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